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Kion mit GXO-Projekt in Kalifornien

17. März 2026

 Auf der NVIDIA-Technologie-Konferenz GTC in San Jose (Kalifornien) präsentiert Kion dieser Tage in einem kombinierten «GXO»-Projekt einen autonomen Gabelstapler für den Lagereinsatz sowie eine KI‑basierte, sicherheitszertifizierte Personenerkennung für das automatisierte Beladen von Lkw. 

Kion präsentiert zwei industrielle KI-Anwendungen für realitätsnahe Szenarien – und in diesem Fall speziell für die Logistik. Im Mittelpunkt stehen der autonome Materialfluss in realen Lagerumgebungen sowie eine sicherheitszertifizierte Personenerkennung für eine automatisierte Lkw-Beladung. Damit, heisst es, erreiche die strategische Zusammenarbeit zwischen Kion, NVIDIA und den Software-Experten von Accenture die nächste Entwicklungsstufe. Ziel sei es, KI und digitale Zwillinge konsequent in die Realität von Lieferketten zu übertragen und dabei KI‑gestützte Wahrnehmung, Simulation und Flottensteuerung miteinander zu verzahnen.

Transformation in die Realität

Die Leuchtturmprojekte markieren den Übergang von der rein simulationsgestützten Entwicklung zum realen Einsatz im laufenden Betrieb. Dafür nutzt KION die Omniverse‑Plattform von NVIDIA und deren MEGA‑Simulationslösung und sowie eine von Accenture entwickelte Systemarchitektur mit KI‑gestütztem digitalem Zwilling. So werden digitale Abbilder von Kundenlagern erstellt, um Anlagen und Fahrzeuge virtuell in Betrieb zu nehmen, noch bevor sie physisch installiert werden. So lassen sich unterschiedliche Szenarien – auch sicherheitskritische – unter verschiedensten Bedingungen realitätsnah testen.

Kion GTC1 310

«Unsere Kunden begegnen einem zunehmenden Arbeitskräftemangel und müssen gleichzeitig ihre operative Effizienz steigern. Mit intelligenten autonomen mobilen Robotern und KI-gestützten Kameras im Einsatz in der  Lieferkette bieten wir dafür konkrete Lösungen», sagt Kion-CEO Rob Smith. «Unser GXO-Pilotprojekt ist ein wichtiger Schritt, um zu zeigen, wie physische KI-Lösungen einen klaren, greifbaren Mehrwert für Kunden schaffen.»

Greifbarer Mehrwert

Dafür wurde ein autonomes, KI-unterstütztes Flurförderzeug in einem Logistikzentrum von GXO Logistics in Épinoy, Frankreich, in Betrieb genommen. Der nach eigener Darstellung weltweit grösste reine Kontraktlogistikanbieter ist führend im Bereich technologiegestützter Logistikabwicklung und bietet ausgelagerte Lieferketten, Lagerhaltung und Retourenlogistik für führende Marken in 27 Ländern an. Der Standort, an dem derzeit mehr als 200 manuelle Flurförderzeuge im Einsatz sind, dient als Pilotumgebung für Kions physische KI Lösungen.

«Wir übersetzen fortschrittliche KI in einen greifbaren Mehrwert für unsere Abläufe – und dieses Pilotprojekt hilft   uns, die Möglichkeiten für die Zukunft der Lieferkette zu erkunden», sagt Patrick Kelleher, CEO von GXO  Logistics. Vor der Inbetriebnahme wurde das Lager mit räumlichen Scannern erfasst und in einen digitalen Zwilling überführt. Nun führt das Fahrzeug komplette Transportaufträge selbstständig im laufenden Betrieb aus.

Kion GTC Case Forklift screenshot 310a Abb.: Kion/NVIDIA

Mithilfe KI‑gestützter Kameras an der Decke und auf dem Fahrzeug erkennt es Paletten und transportiert sie zu definierten Zielpositionen. Entscheidend dabei: Das autonome Fahrzeug arbeitet Seite an Seite mit den Lagermitarbeitern und den manuell geführten Staplern – ganz ohne menschliches Eingreifen.

Gemeinsam mit NVIDIA arbeitet Kion auch an der Zertifizierung einer funktionalen Sicherheitslösung auf Basis KI‑gestützter Personenerkennung für Lagerumgebungen. Zum Einsatz kommt ein «Halos Foundation Model», das Menschen und Flurförderzeuge erkennt und lokalisiert. Dieses Modell wird mit Kion‑spezifischen Daten gezielt für Anwendungen in der Intralogistik trainiert. Die Lösung ist auf das automatisierte Beladen von Lkws ausgelegt – ein Anwendungsfall, der bereits im Oktober 2025 auf der CeMAT in Shanghai demonstriert wurde. Kion setzt dafür auf fest installierte Kameras, die an eine NVIDIA Edge‑KI‑Plattform angebunden sind. Ein Proof of Concept im realen Lagerbetrieb sei noch für dieses Jahr geplant.

Grenzfälle inbegriffen

Für sicherheitskritische Anwendungen müssen KI‑Modelle auch auf seltene, aber plausible Situationen vorbereitet werden. Kion erzeugt dafür synthetische Trainingsdaten in virtuellen Umgebungen, um sogenannte Long-Tail-Szenarien abzudecken – Ereignisse mit sehr geringer Eintrittswahrscheinlichkeit, die dennoch zuverlässig beherrscht werden müssen. Die virtuelle Lagerumgebung ermöglicht es, solche Situationen realitätsnah zu simulieren, ohne den laufenden Betrieb zu stören oder aufwendige physische Tests durchführen zu müssen.

www.kiongroup.com








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