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Kion und Siemens gemeinsam im Parallel-Universum

16. April 2026

Kion will als erstes Unternehmen in Europa die neue Simulations-Software «Digital Twin Composer» von Siemens nutzen, und sucht damit auch ein Stück Unabhängigkeit vom US-Markt, auf dem bislang NVIDIA die vorherrschende Lösung darstellt, um in intelligenten Lagern die digitale und reale Welt zu verschmelzen.

Der Digital Twin Composer. Abb.: Siemens


Beide Unternehmen haben eine strategische Partnerschaft vereinbart, um Lieferketten und Warenlager mit  KI-, Automatisierungs- und Simulationstechnologien zukunftsfähig zu machen. Das Ziel: Komplexe Intralogistikprozesse zu digitalisieren, um sie vorhersehbarer und flexibler zu gestalten – und damit Produktivität und Widerstandsfähigkeit zu verbessern.

Enorme Datenmengen

Dabei erfassen Kameras und Sensoren vor Ort riesige  Datenmengen, die von künstlicher Intelligenz (KI) auswertet werden. Die neue Simulationssoftware Digital Twin Composer von Siemens kann – inzwischen heissbegehrt - die verschiedenen Prozesse parallel und in Echtzeit simulieren.

Kion Siemens Cedrik Neike CES 310 Siemens-Digital-Vorstand C.Neike

Cedrik Neike, Mitglied des Siemens-Vorstands und CEO von Siemens Digital Industries: «Gemeinsam mit Kion (…) wollen wir das Warenlager vom physischen Knotenpunkt zu einem digitalen Nervenzentrum der Lieferkette machen.»

«Damit entwickeln wir unsere Lösungen, die auf digitalen Zwillingen basieren, auf einem neuen Niveau», sagt Kion-CEO Rob Smith. Siemens hatte den Digital Twin Composer erstmals im Januar auf der CES in Las Vegas vorgestellt.  Er hat verschiedene Vorteile.

Kion Siemens Rob Smith Interview3 310 Kion-CEO Rob Smith. Foto: M.Schmid

Sobald ein Warenlager in Betrieb ist, funktioniert er als  Werkzeugkasten, mit dem sich Abläufe laufend verbessern lassen. In Kombination mit der Siemens  PLM-Software Teamcenter und digitalen Zwillingen kann Kion damit Logistiklösungen über den  gesamten Lebenszyklus steuern.

Schnellere Entwicklungszyklen

PepsiCo hat damit bereits ausgewählte Produktions- und  Lagerstandorte in den USA digitalisiert und erzielte dem Vernehmen nach schnellere Entwicklungszyklen, geringere Investitionskosten und die Identifizierung von bis zu 90 Prozent potenzieller Probleme vor der physischen Einrichtung realer Lager-Umgebungen.

Kion Siemens twin compose PepsiCo 310 Digitalisierung bei PepsiCo. Foto: Siemens/PepsiCo

Mit dem Digital Twin Composer können Industrieunternehmen 2D- und 3D-Daten des umfassenden digitalen  Zwillings von Siemens mit physischen Echtzeitinformationen in einer verwalteten, sicheren und fotorealistischen Echtzeit-Szene kombinieren, die auch hier auf NVIDIA Omniverse-Bibliotheken zurückgreifen.

Datenaustausch vereinbart

Im Rahmen ihrer Zusammenarbeit haben Siemens und Kion zudem eine Vereinbarung über den  Austausch ausgewählter Industriedaten geschlossen. Kion bringt dazu Betriebsdaten und  Fachwissen aus komplexen Warenlagerumgebungen ein. Damit wollen die Unternehmen die  Einführung KI-gestützter Lösungen in Lagerlogistik und Lieferketten beschleunigen.

Zugleich steht die Vereinbarung beispielhaft für datenbasierte Partnerschaften, mit denen Siemens den Aufbau  eines «Industrial Foundation Models» vorantreiben will. Es soll industrielle KI künftig über industrielle Prozesse und Domänen hinweg breiter nutzbar machen.

www.kiongroup.com

www.siemens.com








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